Ein Wels und der Traum vom Fliegen

Daß es sehr schwierig sein kann einen Wels aus seiner Höhle zubekommen, weiß jeder. Aber die Hartnäckigkeit, die ich heute erleben durfte war überaus beeindruckend!!

 

Hin und wieder kommt es vor, viele von Euch kennen das Dilemma bestimmt, daß unsere Mitmenschen uns als Aquarianer, und Besitzer nicht nur eines Becken, ansprechen und bei uns ihre überdrüssigen Tiere loswerden wollen. Bei Nichtabnahme wird oft mit der Toilette oder dem Kompost gedroht. Aber ab und zu hat man auch mal Glück und man sagt gerne Ja, wenn unter den Abzugebenden sich Raritäten befinden.

 

Meistens sind in diesen oft sehr wirr zusammengestellten Tierbeständen auch Antennenwelse vorzufinden. Und diesen bekommt man dann oft zusammen mit seiner Behausung: Ein Schloss, Plastikschädel, ...

Wir haben mittlerweile eine ganze Kiste voll mit Abscheulichkeiten.

 

 

In diesem wundervoll blauem Flugzeug wohnte nun dieser Antennenwels, von dem man nur die Schwanzspitze sehen konnte. Naja, es würde doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn wir den da nicht rausbekommen.

Haha, Rechnung ohne den Fisch gemacht!!

 

 

Das ist das Flugzeug von unten und das Lieblingsdomizil dieses Ancistrus. Aber wir lassen uns ja nicht lumpen. Also stellten wir das Flugzeug über ein Behälter mit Wasser und nur Spitze des Schwanzes hing noch so gerade im Wasser. So, alles parat. Der Fisch muß nur noch loslassen. Wo das Wasser ist weiß er ja dank seines nassen Schwanzes.

Nach zehn Minuten: nix passiert. Nach weiteren zehn Minuten: nix!

 

Das Spielchen ging jetzt bestimmt eine dreiviertel Stunde. NIX!

Vorsichtiges Schütteln. Der Fisch (mittlerweile nur das Vieh genannt) läßt nicht locker!

Eine weitere viertel Stunde geht ins Land. Alles half nicht. Langsam wurde das Vieh (mittlerweile mit der Arme angeredet) trocken. Aus Mitleid bekam der Arme dann eine kleine Dusche. Aber nur damit er wieder naß war, er soll ja nicht glauben, daß er damit bei uns durchkommt und er mit Flugzeug in sein neues Heim einzieht!

Nach eineinhalb Stunden war der Große Moment gekommen und er ließ sich ins Wasser fallen. Er ist kein er, sondern eine sie. Und so eine hab ich noch nie gesehen.

Das Welse ihre Behausung nur selten verlassen, ja okay. Aber diese Fischdame ist in das Flugzeug gewachsen! Die komplette vordere Hälfte des Fisches entspricht einem negativ Abdruck der Flugzeughöhle. Allerdings spricht der dicke Bauch auch dafür, daß sie ihre Höhle wenigstens zum Futtern verlassen hat. Dann aber wieder ganz schnell zurück!

Jetzt wo man sie auch mal von vorne sieht, guckt sie ja recht freundlich. Ich hoffe, daß es ihr bei uns gefällt und sie jetzt ein bewegteres Leben führt. Ohne Flugzeug!!

 

Melanie Lemke

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